Die israelische Sicherheitsführung ist hinsichtlich des weiteren Vorgehens im Konflikt mit dem Iran gespalten. Das berichtet der israelische Journalist Amit Segal in seinem Newsletter vom 7. Mai.
Das islamistische Regime verfügt über grosse Mengen hochangereicherten Urans, wodurch der Weg zur Atombombe kurz geworden ist. Deshalb ist die IDF der Ansicht, dass dieses Uranlager aus dem Iran entfernt werden müsse – entweder durch ein Abkommen oder durch eine militärische Operation.
Der Mossad hingegen argumentiert weiterhin, der Druck auf den Iran müsse bis zum Sturz des Regimes aufrechterhalten bleiben.
«Ein Regimewechsel im Iran ist unsere Mission. Wir werden nicht einfach zusehen, wie wir erneut einer existenziellen Bedrohung gegenüberstehen», sagte Mossad-Chef David Barnea im April.
«Hochrangige Vertreter der IDF sind zutiefst frustriert über die amerikanische Entscheidung, das angereicherte Uran nicht im Rahmen einer Militäroperation zu beschlagnahmen. Dadurch wurde die Operation ‹Brüllender Löwe› praktisch gestoppt, ohne dass im Kampf gegen das iranische Atomprogramm wesentliche Fortschritte gegenüber der Operation ‹Rising Lion› erzielt wurden. Uran, Uran, Uran – das ist ihr Ruf. Nimmt man es weg, hat man das Atomprogramm ausgelöscht», schreibt Segal.
Die Führung des Mossad entgegnet jedoch, die Entfernung des hochangereicherten Urans würde das Problem lediglich aufschieben. Das Regime verfüge weiterhin über Tonnen niedrig angereicherten Urans, das später erneut weiter angereichert werden könne. Nur ein Regimewechsel könne garantieren, dass das Ziel der Zerstörung Israels endgültig verschwindet.
Was würde geschehen, wenn US-Präsident Donald Trump grünes Licht für eine neue Runde israelischer Militäroperationen gegen den Iran gäbe?
Die IDF würde empfehlen, Bodentruppen einzusetzen, um das angereicherte Uran sicherzustellen. Der Mossad wiederum würde Massnahmen wie die Zerstörung von Kraftwerken und Raffinerien unterstützen, um den Aufstandsprozess der Bevölkerung zu beschleunigen.
«Die Wut der Bevölkerung hat das Niveau der Januar-Unruhen bereits überschritten. Gleichzeitig ist aber auch die Angstschwelle gestiegen. Wenn der Strom ausfällt – und in zwei Monaten Hunger droht –, wird diese Mauer der Angst zusammenbrechen», schreibt Segal.
Abschliessend stellt der Journalist folgende Überlegung an:
«Welches Ziel ist ambitionierter? Auf den ersten Blick scheint der Sturz des Regimes eine monumentale Aufgabe zu sein, während die Zerstörung des Urans wie ein lokales, kontrollierbares Ereignis wirkt. Die Geschichte deutet jedoch auf etwas anderes hin: Regime sind im Laufe der Geschichte gefallen, doch kein Staat hat jemals freiwillig sein angereichertes nukleares Material aufgegeben oder verloren, während die Regierung gleichzeitig überlebte. Wie das alte talmudische Sprichwort sagt, geht es um die Frage, ob man einen ‹kurzen Weg, der lang ist› wählen soll – also einen schnellen taktischen Schlag, der das Grundproblem nicht löst – oder einen ‹langen Weg, der kurz ist›: die schwierige Aufgabe eines Regimewechsels, der die Bedrohung dauerhaft beseitigt.»
Am Mittwochabend sprach Israels Premierminister Benjamin Netanyahu mit US-Präsident Donald Trump. In Israel wächst die Sorge, dass Trump letztlich lediglich wirtschaftlichen Druck auf den Iran ausüben und danach ein Abkommen abschliessen könnte, schreibt Shirit Avitan Cohen in Israel Hayom. Deshalb sei es für Israel entscheidend, seine Interessen in den Verhandlungen einzubringen.
An oberster Stelle der israelischen Forderungen steht die vollständige Entfernung sämtlichen angereicherten Materials aus iranischem Territorium sowie die Zerstörung der iranischen Anreicherungskapazitäten.
«Jerusalem betrachtet dies als zentrale Forderung, bei der keinerlei Kompromisse möglich sind», schreibt Cohen.

Wahrscheinlichkeit einer Lösung des „iranischen Problems“ ist begrenzt


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