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Israels Botschafter: Juden in Berlin droht „unmittelbare Existenzgefahr“

Das Reichstagsgebäude in Berlin (Symbolbild: Flickr).
Der Wahlsieg der Partei Die Linke veranlasst Israels Botschafter Ron Prosor zu einer eindringlichen Warnung.

Am Sonntag, 20. September, wurde in Berlin das Abgeordnetenhaus gewählt. Die Linke steigerte ihren Stimmenanteil von 12,2 auf 25,7 Prozent und wurde damit stärkste Kraft im Landesparlament.

Ron Prosor, Israels Botschafter in Deutschland, sieht die jüdische Gemeinschaft in Berlin nach dem Wahlsieg mit einer „unmittelbaren Existenzgefahr“ konfrontiert.

„Das starke Abschneiden der Linken bei der Berlin-Wahl muss jeden beunruhigen, dem das Fortbestehen jüdischen Lebens in dieser Stadt am Herzen liegt“, sagte Prosor der Deutschen Presse-Agentur. Er wirft der Partei „völlig enthemmten Antisemitismus“ vor. Aus einer bislang theoretischen Bedrohung werde nun „eine konkrete und unmittelbare Existenzgefahr“.

Die Berliner Linke trat mit Elif Eralp als Spitzenkandidatin an. Sie hat gute Chancen, als erste Politikerin ihrer Partei Regierende Bürgermeisterin von Berlin zu werden. Zugleich wäre sie die erste Regierungschefin der Hauptstadt mit familiären Wurzeln in der Türkei.

Prosors Äusserungen folgen auf eine Warnung von Bundeskanzler Friedrich Merz, der den Schutz jüdischen Lebens als eine der grössten Herausforderungen Deutschlands bezeichnet hatte.

„Die Tatsache, dass jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr sicher ist, ist die grösste Belastung der vergangenen Jahre“, sagte Merz. Der Bundeskanzler zeigte sich tief besorgt über den Anstieg des Antisemitismus seit dem Massaker vom 7. Oktober.

Der stärkste Anstieg judenfeindlicher Vorfälle erfolgte unmittelbar nach dem Massaker im Oktober 2023 – und nicht nach Israels militärischen Erfolgen gegen die Hamas und die Hisbollah im Laufe des Jahres 2024.

Über den Autor: 

Conrad Myrland ist Leiter von MIFF International. Er hat mehrere Bücher über den Nahostkonflikt verfasst und die öffentliche Debatte über Israel und Antisemitismus in Skandinavien über viele Jahre hinweg mitgeprägt.