Die weltweite antisemitische Gewalt hat 2025 ein Ausmass erreicht, das selbst erfahrene Beobachter alarmiert. Eine neue Studie der Tel Aviv University zeigt: Noch nie seit Jahrzehnten wurden so viele Juden Opfer tödlicher Angriffe. Die Zahlen zeichnen ein düsteres Bild – und deuten auf eine gefährliche Normalisierung des Hasses hin.
Ein globaler Anstieg mit fatalen Folgen
Laut dem aktuellen Antisemitismus-Bericht der Tel Aviv University wurden im Jahr 2025 weltweit 20 Menschen bei antisemitischen Angriffen getötet – so viele wie seit rund 30 Jahren nicht mehr. Der Herausgeber der Studie, Uriya Shavit, warnt eindringlich vor einer Entwicklung, in der antisemitischer Hass zunehmend zur gesellschaftlichen Realität wird. Besonders besorgniserregend ist dabei nicht nur die Zahl der Toten, sondern auch die steigende Zahl gewalttätiger Übergriffe insgesamt.
7. Oktober 2023 als Wendepunkt
Die Studie sieht einen klaren Zusammenhang mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Seit diesem Datum habe sich die Dynamik antisemitischer Gewalt weltweit deutlich verschärft. Das schwerste Einzelereignis im Jahr 2025 ereignete sich am 14. Dezember bei einer Chanukkafeier am Bondi Beach in Australien, bei der 15 Menschen getötet wurden. Damit war 2025 das tödlichste Jahr für Juden seit dem Bombenanschlag von 1994 auf ein jüdisches Zentrum in Argentinien, für den die vom Iran unterstützte Hezbollah verantwortlich gemacht wurde.
Gewalt trotz Waffenstillstand ungebrochen
Besonders alarmierend ist, dass die Gewalt auch durch politische Entwicklungen nicht gebremst wurde. Selbst nach einem Waffenstillstand im Gazastreifen im Oktober 2025 nahm die Zahl antisemitischer Vorfälle weiter zu. In Australien wurden allein im letzten Quartal 588 Vorfälle registriert – mehr als im gesamten Jahr 2022. Auch in Kanada erreichte die Zahl mit über 6800 gemeldeten Fällen einen neuen Höchststand. Insgesamt liegen die Zahlen damit mehr als dreimal so hoch wie vor Beginn des Gaza-Kriegs.

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