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Muslimbruderschaft und politischer Islam: Europas unterschätzte Gefahr

Neue Studie: Der politische Islam stellt eine strategische Bedrohung für die freie und pluralistische Gesellschaft dar.
Der politische Islam kommt nicht immer mit Kalaschnikow und IS-Flagge daher. Oft trägt er Anzug, spricht von «Dialog» – und arbeitet langfristig an der Islamisierung Europas.

Während Europas Öffentlichkeit vor allem auf Rechtsextremismus und russische Einflussoperationen blickt, wächst eine andere ideologische Herausforderung oft weitgehend unbeachtet weiter: der politische Islam – insbesondere die Netzwerke der Muslimbruderschaft.

Ein neues Buch mit dem Titel «Politischer Islam – eine hybride Bedrohung Europas. Der ‹Civilization Jihad› der Muslimbruderschaft» beschreibt die Bewegung nicht primär als Terrororganisation, sondern als langfristig agierendes ideologisches Netzwerk. Autoren Heiko Heinisch, Nina Scholz und Gustav Gustenau argumentieren, dass die Muslimbruderschaft auf schrittweise gesellschaftliche Transformation setzt – über Institutionen, Bildung, Lobbyarbeit, Medien und kulturelle Einflussnahme.

Zivilisatorischer Dschihad

Der Begriff «Civilization Jihad» stammt laut den Autoren nicht von Kritikern der Muslimbruderschaft selbst, sondern aus internen Strategiepapieren islamistischer Kreise. Gemeint sei ein langfristiger kultureller Kampf, der westliche Gesellschaften allmählich islamisieren solle – nicht durch offenen Terror, sondern durch schrittweise Normalisierung islamistischer Denkweisen.

Besonders brisant ist dabei die hybride Natur dieser Strategie. Die Muslimbruderschaft präsentiert sich im Westen oft moderat, dialogbereit und demokratisch, verfolgt laut Kritikern langfristig jedoch eine islamistische Gesellschaftsvision, die mit liberalen und säkularen Grundprinzipien kollidiert.

Legaler Islamismus

Die Autoren warnen deshalb davor, politischen Islam ausschliesslich unter dem Gesichtspunkt des Terrorismus zu betrachten. Viel relevanter seien heute Netzwerke, Organisationen und Verbände, die legal arbeiten, aber ideologisch auf eine Islamisierung der Gesellschaft hinwirken.

Die Debatte über politischen Islam dürfte Europa deshalb noch lange beschäftigen. Denn die zentrale Frage lautet zunehmend nicht mehr, ob islamistische Netzwerke Einfluss ausüben wollen – sondern ob europäische Gesellschaften überhaupt bereit sind, diese Herausforderung klar zu benennen.

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Referenz:

Heiko Heinisch / Nina Scholz / Gustav E. Gustenau: Politischer Islam – eine hybride Bedrohung Europas. Der «Civilization Jihad» der Muslimbruderschaft. Nomos Verlag, Baden-Baden 2026.