Wer ist der Mahdi?
Im schiitischen Islam gilt der Mahdi als eine messianische Gestalt, die am Ende der Zeiten erscheinen wird, um Ungerechtigkeit zu beenden und eine gerechte Ordnung zu errichten. Der Begriff «Mahdi» bedeutet «der Rechtgeleitete». In religiösen Überlieferungen wird erwartet, dass er eine Zeit der Unterdrückung beendet und die Welt erneuert. Diese Vorstellung gehört zur Endzeiterwartung vieler schiitischer Gläubiger.
Verbindung zur Lehre der zwölf Imame
Im Zwölfer-Schiismus, der im Iran vorherrscht, wird der Mahdi mit dem zwölften Imam identifiziert. Nach dieser Lehre verschwand dieser Imam im 9. Jahrhundert in der sogenannten «Verborgenheit». Gläubige gehen davon aus, dass er weiterhin lebt, jedoch verborgen ist und eines Tages zurückkehren wird. Bis zu seiner Wiederkehr beanspruchen religiöse Autoritäten, die Gemeinschaft der Gläubigen zu führen.
Bedeutung für die Ideologie des iranischen Regimes
Die Islamische Republik Iran beruft sich ideologisch auf diese Vorstellung. Die politische Führung versteht ihre Herrschaft als eine Art Stellvertretung bis zur Rückkehr des verborgenen Imam. In der offiziellen Rhetorik wird der Kampf gegen Gegner des Regimes – besonders Israel – häufig in einen religiösen und endzeitlichen Zusammenhang gestellt. Je weiter sie in der Bekämpfung des Bösen voranschreiten, desto näher ist der Mahdi. Israel gilt als der kleine Satan und die USA als der grosse Satan.
Dadurch erhält die Politik des Regimes eine zusätzliche religiöse und ideologische Begründung.


