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Starker Anstieg der Wahlbeteiligung unter Drusen erwartet

Ein Druse zu Pferd während des Opferfests (Eid al-Adha) im Mai 2026. (Foto: Michael Giladi, Flash90)
Immer mehr Drusen auf den Golanhöhen beantragen die israelische Staatsbürgerschaft und beteiligen sich an der Wahl zur Knesset.

Israel übernahm 1967 in einem Verteidigungskrieg die Kontrolle über die Golanhöhen. Obwohl Israel 1981 die Souveränität über das Gebiet erklärte, hat sich die drusische Bevölkerung vor Ort teilweise gegen eine Integration in Israel gesträubt. Wer früher die israelische Staatsbürgerschaft beantragte, wurde gesellschaftlich ausgegrenzt.

„Das alles hat sich nach dem Massaker an über zweitausend Drusen in Suwaida in Syrien im Juli 2025 geändert“, sagt William Abu Awad, Bürgermeister des drusischen Dorfes Buq’ata, gegenüber der Times of Israel. Nachdem die Drusen von Syrern angegriffen worden waren, die dem gegenwärtigen syrischen Präsidenten treu ergeben sind, griff Israel ein, um das Massaker zu stoppen. Dies hat bei den Verwandten der syrischen Drusen auf der israelischen Seite des Golan Dankbarkeit ausgelöst.

„Die Anträge auf die israelische Staatsbürgerschaft sind von 12 auf fast 60 Prozent gestiegen“, sagt Awad. Bei der Knesset-Wahl 2022 gaben weniger als 75 der 7000 Einwohner ihre Stimme ab. Der Bürgermeister rechnet damit, dass es bei der Wahl am 27. Oktober zwischen 300 und 500 sein werden.

Awad geht davon aus, dass die meisten Stimmen an den Likud gehen werden. „Die Leute wollen Bibi ihre Dankbarkeit zeigen, weil er sich eingesetzt und den Drusen in Suwaida geholfen hat“, erklärt Awad. Doch auch Vertreter anderer Parteien haben im Dorf Wahlkampf betrieben.

Buq’ata ist das östlichste drusische Dorf auf dem Golan und liegt nur zwei Kilometer von der Grenze zu Syrien entfernt.

Über den Autor: 

Conrad Myrland ist Leiter von MIFF International. Er hat mehrere Bücher über den Nahostkonflikt verfasst und die öffentliche Debatte über Israel und Antisemitismus in Skandinavien über viele Jahre hinweg mitgeprägt.