Das sechste und letzte U-Boot der Dolphin-Klasse, das Deutschland im Rahmen eines bereits vor vielen Jahren geschlossenen Abkommens für Israel gebaut hat, ist auf dem Weg in den Nahen Osten. Dies teilten die israelischen Verteidigungsstreitkräfte und das israelische Verteidigungsministerium mit.
Der Vertrag über den Kauf des sechsten U-Bootes dieser Klasse wurde im März 2012 geschlossen.
Als das U-Boot Anfang dieser Woche seine Fahrt nach Israel antrat, waren der Befehlshaber der israelischen Marine, Eyal Harel, der Inspekteur der Deutschen Marine, Jan Christian Kaack, sowie weitere hochrangige israelische und deutsche Vertreter anwesend.
Das U-Boot mit dem Namen „INS Drakon“ wurde im November 2024 bei einer Zeremonie in Deutschland vom damaligen israelischen Marinechef David Saar Salama offiziell benannt. Zu diesem Zeitpunkt wurde davon ausgegangen, dass es bis Ende 2025 ausgeliefert werden würde.
Bestandteil der nuklearen Abschreckung Israels
Ausländischen Medienberichten zufolge können die neuen israelischen U-Boote mit nuklear bestückten Waffen ausgerüstet werden. Mehrere Beobachter gehen davon aus, dass die U-Boote inzwischen zusammen mit land- und luftgestützten Waffensystemen einen Bestandteil der nuklearen Abschreckungsfähigkeit Israels bilden.
Israel hat den Besitz von Atomwaffen nie öffentlich bestätigt. Mehrere frühere Ministerpräsidenten haben im Laufe der Jahre jedoch entsprechende Andeutungen gemacht.
Kürzlich gewährte die israelische Marine zudem einen seltenen Einblick in ihre operativen Einsätze gegen die Hamas, die Hisbollah, die Huthi-Miliz und Iran.
Dabei hat die Marine unter anderem zur Abwehr von Bedrohungen aus der Luft beigetragen, die auf Israel gerichtet waren.
Schutz der Seegrenzen und Gasfelder
Die Marine gewährleistet ausserdem den dauerhaften Schutz der israelischen Seegrenzen und strategisch wichtiger Anlagen – darunter die wertvollen Erdgasfelder im Mittelmeer.
Dazu gehören häufig verdeckte Operationen, mit denen Angriffspläne der Hisbollah oder anderer feindlicher Akteure aufgedeckt werden sollen, bevor ein Angriff erfolgt. Auf diese Weise kann die israelische Luftwaffe gegebenenfalls einen Präventivschlag durchführen.
Eine besonders anspruchsvolle Aufgabe ist die Verteidigung der südisraelischen Stadt Eilat gegen Raketen- und Drohnenangriffe der Huthi aus dem Jemen. Wenn die israelische Marine zur Abwehr von Bedrohungen im Roten Meer beiträgt, müssen die Operationen innerhalb eines sehr engen Handlungsspielraums erfolgen, damit der ägyptische oder jordanische Luftraum nicht verletzt wird.
Der Kauf der in Deutschland gebauten U-Boote reicht viele Jahre zurück und bildet einen der wichtigsten Pfeiler der langfristigen israelischen Strategie, die Grenzen des Landes zu schützen und seine militärische und strategische Überlegenheit in der Region zu bewahren.
Israelisches Unternehmen produziert Teile für neue U-Boote
Im Februar wurde ausserdem bekannt, dass der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems mit dem deutschen Werftkonzern TKMS – ehemals ThyssenKrupp Marine Systems und Hersteller des neuen U-Bootes – zusammenarbeiten wird.
Die Kooperation umfasst die Herstellung struktureller Komponenten für künftige U-Boote. Dazu gehört der Aufbau einer neuen Produktionsanlage für glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK), der für Unterwasserfahrzeuge bestimmt ist.
Israel unterzeichnete 2022 einen Vertrag über den Kauf von drei neuen hochmodernen U-Booten bei TKMS. Diese sollen nach derzeitiger Planung ab 2031 ausgeliefert werden.
„Diese Zusammenarbeit wird die lokalen Produktionskapazitäten erweitern und als Ankerpunkt für weltweite Aktivitäten im Bereich der Unterwassertechnologie dienen“, erklärte Yoram Shmuely, Leiter der Luft- und Raumfahrtsparte von Elbit Systems.
Trotz politischer Meinungsverschiedenheiten über die Kriegführung im Gazastreifen bauen Israel und Deutschland ihre militärische und strategische Zusammenarbeit weiter aus. Ende vergangenen Jahres wurde das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3 in Deutschland einsatzbereit.
Deutschland erwarb das hochmoderne Abwehrsystem für rund 3,8 Milliarden Euro. Es handelte sich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses um das grösste Rüstungsgeschäft in der Geschichte Israels.
Darüber hinaus arbeiten beide Länder eng bei wegweisenden Technologien wie der künstlichen Intelligenz zusammen.
Über den Autor:
Bjarte Bjellås ist Journalist und Redaktor bei MIFF Norwegen. Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf Norwegisch bei miff.no und wurde für MIFF DACH ins Deutsche übersetzt und redaktionell bearbeitet.


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