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Russland hilft Iran bei der Entwicklung neuer Superwaffen

Das iranische Regime präsentierte im Mai 2023 die ballistische Rakete Khaibar. (Foto: Staatliche iranische Medien)
Ein geheimes russisch-iranisches Waffenprogramm zeigt, wie eng die Regime in Teheran und Moskau inzwischen zusammenarbeiten. Ziel ist die Entwicklung überschallschneller Marschflugkörper für Angriffe auf Schiffe und Ziele an Land.

Die Financial Times berichtet, dass Russland Iran heimlich bei der Entwicklung überschallschneller Marschflugkörper unterstützt hat. Nach Einschätzung der von der Zeitung befragten Experten dürften die Raketen für Angriffe auf Schiffe und Ziele an Land bestimmt sein.

Überschallschnelle Marschflugkörper erreichen sehr hohe Geschwindigkeiten und sind deshalb schwer abzufangen. Bei Geschwindigkeiten von mehreren Tausend Kilometern pro Stunde kann selbst modernste Luftabwehr Schwierigkeiten haben, sie abzuschiessen. Russland hat im Krieg gegen die Ukraine bereits mehrfach Hyperschallwaffen eingesetzt.

Das Waffenprogramm mit dem Codenamen C430L begann 2023. Organisiert wurde es vom staatlichen russischen Rüstungsexporteur Rosoboronexport in Zusammenarbeit mit dem russischen Raketenhersteller NPO Maschinostrojenija, der US-Sanktionen unterliegt.

Nach Angaben der Financial Times sollen russische Beamte, die für Waffenexporte zuständig sind, sowie führende Ingenieure von NPO Maschinostrojenija wiederholt in den Iran gereist sein.

„Bei Technologietransfer denken viele ausschliesslich an die Übermittlung von Konstruktionszeichnungen, Bauteilen oder kompletten Raketen. Es kann aber ebenfalls äusserst wertvoll sein, einen 60-jährigen Ingenieur dorthin zu schicken, der dank seiner Erfahrung konkrete Probleme lösen kann“, erklärt Fabian Hinz, Experte für das iranische Raketenprogramm, gegenüber der Zeitung.

Experten weisen darauf hin, dass überschallschnelle Marschflugkörper vor allem für Angriffe auf Infrastruktur entlang der Küste, auf Ziele an Land und nicht zuletzt auf den Schiffsverkehr in strategisch wichtigen Gewässern wie der Strasse von Hormus vorgesehen sind.

Solche Raketen zählen heute zu den grössten Bedrohungen für Flugzeugträger. Für Staaten wie die USA ist die zunehmende Gefährdung ihrer Flugzeugträger eine beunruhigende Entwicklung.

Irans Präsident Masoud Pezeshkian und der russische Präsident Wladimir Putin trafen sich am 1. September 2026. (Foto: Kreml)

Die Zusammenarbeit unterstreicht die beunruhigende Entwicklung der Allianz zwischen Moskau und Teheran in den vergangenen Jahren. Während Russland den Iran mit moderner Technologie unterstützt, hat der Iran Russland bei der Produktion von Drohnen und ballistischen Raketen geholfen – Waffen, die Russland auch gegen Zivilisten in der Ukraine eingesetzt hat.

Kürzlich trafen sich Irans Präsident Masoud Pezeshkian und der russische Präsident Wladimir Putin während einer Konferenz in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek.

Bei dieser Gelegenheit dankte Pezeshkian Putin für dessen Unterstützung im Konflikt mit den USA und dem Westen. Er erklärte, beide Länder könnten gemeinsam dem „westlichen Unilateralismus“ widerstehen. Putin versicherte seinerseits, dass die wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit mit dem Iran ohne Unterbrechung fortgesetzt werde.

Für Israel und andere Staaten im Nahen Osten ist dies eine ernste Warnung. Der Iran beschränkt sich nicht darauf, seine terroristischen Stellvertreterorganisationen wie die Hisbollah, die Hamas und die Huthi zu finanzieren und zu bewaffnen. Das Regime sichert sich nun auch hoch entwickelte russische Technologie und Fachkenntnisse, um seine eigenen militärischen Fähigkeiten auszubauen.

Während viele westliche Politiker offenbar weiterhin darauf vertrauen, das Regime allein mit diplomatischen Mitteln aufhalten zu können, zeigt diese Entwicklung, dass Teheran im Geheimen massiv aufrüstet.

Über den Autor: 

Bjarte Bjellås ist Journalist und Redaktor bei MIFF Norwegen. Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf Norwegisch bei miff.no und wurde für MIFF DACH ins Deutsche übersetzt und redaktionell bearbeitet.