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Kolumbien erkennt Israels Souveränität über die Golanhöhen an

Kolumbien ist nach den USA das zweite Mitgliedsland der Vereinten Nationen, das Israels Souveränität über die Golanhöhen anerkennt. Die Regierung begründet die Entscheidung mit Israels Recht auf Selbstverteidigung und seinem Bedürfnis nach verteidigungsfähigen Grenzen.

Kolumbien hat Israels Souveränität über die Golanhöhen offiziell anerkannt. Dies teilte das kolumbianische Aussenministerium in einer Erklärung in den sozialen Medien mit. 

In der Erklärung heisst es, Kolumbien betrachte die fortdauernde israelische Kontrolle und Souveränität über das Gebiet als „einen wesentlichen Bestandteil der nationalen Verteidigung Israels und seiner Fähigkeit, seine Bürger zu schützen und deren Sicherheit zu gewährleisten“.

Der Anerkennung ging eine entsprechende Vereinbarung zwischen Israel und Kolumbien voraus.

USA erkannten Israels Souveränität 2019 an

Damit ist Kolumbien das zweite Mitgliedsland der Vereinten Nationen, das Israels Souveränität über das Gebiet formell anerkennt. Die USA vollzogen diesen Schritt bereits 2019, während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump.

Israel eroberte die Golanhöhen während des Sechstagekrieges 1967 von Syrien. Zuvor hatten syrische Streitkräfte das strategisch wichtige Hochplateau jahrelang für Angriffe auf israelische Ortschaften in Galiläa genutzt. 1981 verabschiedete die Knesset das Golanhöhen-Gesetz, mit dem Israel seine Gesetze, Rechtsprechung und Verwaltung auf das Gebiet ausdehnte.

Israels Aussenminister Gideon Sa’ar dankte dem neu gewählten kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella sowie Aussenminister Omar Bola Escobar für die Zusammenarbeit.

„Israel ist ein kleines Land ohne strategische Tiefe. Verteidigungsfähige Grenzen sind von entscheidender Bedeutung, um das Fortbestehen des jüdischen Volkes in seiner historischen Heimat zu sichern“, erklärte Sa’ar.

Die israelische Regierung werde sich weiterhin darum bemühen, weitere Staaten dazu zu bewegen, dem Beispiel der USA und Kolumbiens zu folgen.

Auch Ori Kallner, Vorsitzender des Regionalrates Golan, begrüsste die Entscheidung. Er bezeichnete die Anerkennung als „moralisch, diplomatisch und strategisch richtig und gerecht“.

Beziehungen zwischen Kolumbien und Israel verbessern sich

Die Anerkennung der israelischen Souveränität über die Golanhöhen ist Teil einer Reihe von Massnahmen, mit denen die neue kolumbianische Regierung ihre Beziehungen zu Jerusalem stärken will.

Im Juli beschloss Kolumbien, die diplomatischen Beziehungen zu Israel vollständig wiederherzustellen, erneut Botschafter zu entsenden und seine Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Gleichzeitig zog sich das Land aus dem von Südafrika angestrengten Verfahren gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag zurück.

Die Verbesserung der Beziehungen ist Teil einer umfassenderen diplomatischen Initiative des israelischen Aussenministeriums in der Region. Israel hat 2026 zum „Jahr Lateinamerikas“ in seiner Aussenpolitik erklärt.

Kolumbiens Anerkennung der israelischen Souveränität über die Golanhöhen ist international auf deutlichen Widerstand gestossen. Zahlreiche arabische und muslimische Staaten verurteilten die Entscheidung.

Über den Autor: 

Bjarte Bjellås ist Journalist und Redaktor bei MIFF Norwegen. Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf Norwegisch bei miff.no und wurde für MIFF DACH ins Deutsche übersetzt und redaktionell bearbeitet.