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Gaza: Bevölkerungswachstum über dem Weltdurchschnitt – mitten in einem angeblichen Völkermord

Die verbreitete Vorstellung einer gewaltigen zusätzlichen Sterblichkeit durch indirekte Kriegsfolgen, etwa Hunger oder den Einsturz beschädigter Gebäude, scheint durch die neuen Zahlen nicht gedeckt. (Grafik: Eirik Schröder-Braatane)
Die Gesundheitsbehörde in Gaza meldet für 2025 mehr als doppelt so viele Geburten wie registrierte Todesfälle. Daraus ergibt sich ein natürliches Bevölkerungswachstum von rund 1,2 Prozent – deutlich über dem globalen Durchschnitt. Ein bemerkenswerter Befund.

MIFF-Mitglied Eirik Schröder-Braatane, Ingenieur mit Schwerpunkt statistische Analyse, hat mit einem X-Beitrag zu den neuen Zahlen mehr als 1,5 Millionen Aufrufe erreicht. Seine Grundlage ist der Jahresbericht des Gesundheitsministeriums in Gaza.

Dieser verzeichnet für 2025 insgesamt 24’650 Todesfälle. Davon werden 17’286 Kriegshandlungen und 1’584 Unfällen zugerechnet. Es verbleiben 5’780 Todesfälle durch Krankheiten und andere Ursachen. Dem stehen 50’227 Lebendgeburten gegenüber.

Die Rechnung ist einfach: 50’227 minus 24’650 ergibt einen Geburtenüberschuss von 25’577 Menschen. Das entspricht rund 1,2 Prozent natürlichem Bevölkerungswachstum. Die UN-Projektion für das weltweite Wachstum 2025 lag bei etwa 0,85 Prozent. Gazas Wert liegt damit deutlich darüber.

Besonders aufschlussreich ist Schröder-Braatanes Vergleich der nicht gewaltsamen Todesfälle mit den Vorkriegsjahren (Illustration oben). Die statistische Auswertung zeigt, dass diese ungefähr auf dem früheren Niveau liegen. Das wirft eine brisante Frage auf: Wie lassen sich damit die verbreiteten Vorstellungen einer gewaltigen zusätzlichen Sterblichkeit durch indirekte Kriegsfolgen – etwa durch Hunger oder den Einsturz beschädigter Gebäude – vereinbaren?

Ein Geburtenüberschuss allein entscheidet keine Völkermordfrage. Man darf aber getrost sagen: Die demografischen Daten der Gesundheitsbehörde in Gaza lassen keinen Verdacht auf völkermordähnliche Zustände aufkommen.

Quellen:

GMH Annual Mortality Report 2025: https://moh.gov.ps/portal/wp-content/uploads/2026/09/Annual_Mortality_Report_Gaza_2025_EN.pdf

GMH Annual Report 2022: https://moh.gov.ps/portal/wp-content/uploads/2023/07/annual-english-202218-7-2023.pdf

Data for 2018-2022: https://moh.gov.ps/portal/health_indicator/ 

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NB: Eirik Schröder-Braatane war uns bei MIFF eine sehr grosse Hilfe, als wir unseren gründlich recherchierten Referenzartikel über die angebliche Hungersnot in Gaza verfassten: 

Es gab keine Hungersnot in Gaza. Das zeigen die neusten UNO-Zahlen 

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