Am 7. Oktober 2026, dem dritten Jahrestag des Hamas-Massakers in Israel, haben über 75 ehemalige hochrangige Militärs und Rechtsexperten einen offenen Brief veröffentlicht in dem sie den Vorwurf zurückweisen, Israel habe in Gaza einen Völkermord begangen. MIFF dokumentiert den Brief nachfolgend in deutscher Übersetzung.
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7. Oktober 2026, Washington, DC
– Als pensionierte hochrangige Militärs und Rechtsexperten weisen wir am heutigen dritten Jahrestag des brutalen Angriffs der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 die Behauptung zurück, Israel habe in Gaza einen Völkermord begangen.
Völkermord ist ein schwerwiegender und aussergewöhnlicher Verstoss gegen das Völkerrecht. Er ist in der Völkermordkonvention von 1948 definiert und verboten und als Straftatbestand im Statut des Internationalen Strafgerichtshofs sowie im US-Bundesstrafrecht aufgeführt. Die Vorwürfe, Israel habe dieses Verbrechen begangen, erfüllen weder die etablierte Definition noch die anerkannten Kriterien für Völkermord. Sie werden durch gesicherte Fakten nicht gestützt und halten auch einer Prüfung mit gesundem Menschenverstand nicht stand.
Die Feststellung eines Völkermords setzt den Nachweis von Handlungen voraus, die in der Absicht begangen werden, eine geschützte nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören. Israel hatte weder die Absicht, die Palästinenser in Gaza als Gruppe zu zerstören, noch hat es dies getan. Sämtliche Belege weisen vielmehr auf das Gegenteil hin: Nachdem Israel am 7. Oktober 2023 ein barbarisches, wahlloses Massaker durch Hamas-Terroristen erlitten hatte, unternahmen die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) in berechtigter Selbstverteidigung ausserordentliche Anstrengungen, um die Zivilbevölkerung in Gaza zu schützen, auch vor der Hamas.
Israels Ankläger begründen den Vorwurf des Völkermords vor allem mit der angeblichen Zahl der in Gaza getöteten Zivilisten. Solche Behauptungen sind voller Mängel. Völkermord ist kein quantitatives Verbrechen; es gibt keine Zahl ziviler Opfer, ab der ein Völkermord vorliegt. Auch die genannten Opferzahlen aus Gaza sind nicht glaubwürdig. Sie stammen von der Hamas selbst und unterscheiden zumindest nicht zwischen Zivilisten und Kombattanten. Man kann sich daher nicht auf sie verlassen.
Zudem macht die etablierte Rechtsprechung deutlich, dass zivile Todesopfer im Zuge von Kampfhandlungen, so tragisch sie sind, für sich allein nicht ausreichen, um eine Völkermordabsicht festzustellen. Das liegt an den bedauerlichen Realitäten des Krieges und an den Gesetzen, die ihn regeln – beides Dinge, von denen Israels Ankläger erschreckend wenig zu verstehen scheinen.
Viele Unterzeichner dieses Briefes haben Streitkräfte der Vereinigten Staaten im Kampf gegen Feinde befehligt, die sich regelmässig hinter Zivilisten verstecken und diese gezielt in Gefahr bringen. Unter solch komplexen Bedingungen zu kämpfen, ist besonders schwierig. Wir sind uns bewusst, dass der Verlust zivilen Lebens in Gaza tragisch ist. Wir wissen aber auch, dass solche tragischen Folgen nicht zwangsläufig gegen das Kriegsvölkerrecht verstossen. Es gibt keinen perfekten Angriff. Es gibt nur Angriffe, bei denen Kommandanten alle verfügbaren Informationen nutzen, um schwierige Entscheidungen zu treffen, und nach bestem Urteilsvermögen handeln, um ihren rechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und Zivilisten zu schützen. Genau das haben wir bei den IDF in Gaza beobachtet.
Analysen israelischer Kampfeinsätze, die von einigen Unterzeichnern dieses Briefes erstellt wurden, beschreiben eine Armee, die eine beispiellose Kombination von Vorsichtsmassnahmen trifft, um zivile Opfer zu vermeiden, und nicht eine Armee, die Befehle zur Vernichtung der Palästinenser als Gruppe befolgt. Die IDF haben die Zivilbevölkerung wiederholt vorgewarnt – mit Flugblättern, Telefonanrufen, Textnachrichten, Radio- und Fernsehdurchsagen sowie Mitteilungen in den sozialen Medien. Sie haben Evakuierungsanweisungen erteilt, geschützte Korridore eingerichtet und taktische Kampfpausen eingelegt, damit sich die Menschen in Sicherheit bringen konnten, selbst wenn diese Vorsichtsmassnahmen den feindlichen Kräften einen taktischen Vorteil verschafften. IDF-Soldaten haben sich sogar selbst in Gefahr begeben, um flüchtende Palästinenser vor Angriffen der Hamas zu schützen. Eine strenge rechtliche Prüfung der Ziele gehört bei den IDF zum Standardverfahren. Immer wieder hat Israel Angriffe wegen der Anwesenheit von Zivilisten abgebrochen.
Israel hat zudem grosse Anstrengungen unternommen, um der Zivilbevölkerung in Gaza Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Mehr als 3,5 Millionen Tonnen Lebensmittel, 48’000 Tonnen medizinische Güter, 5000 Tonnen Babynahrung sowie bis zu 15’000 Kubikmeter von Israel entsalztes Wasser pro Tag wurden nach Gaza geliefert. Über eine halbe Million Kinder in Gaza wurden während des Krieges geimpft, und rund 5000 Bewohner Gazas wurden zur medizinischen Behandlung ins Ausland gebracht. Das sind nicht die Handlungen eines völkermörderischen Staates, sondern die einer professionellen Armee, die sich ethisch und rechtlich dem Schutz zivilen Lebens verpflichtet weiss.
Dieses Muster rechtskonformen Verhaltens der IDF in Gaza widerlegt auch die Behauptung der Ankläger, einzelne Äusserungen israelischer Politiker, die scheinbar zu einer unrechtmässigen Schädigung von Zivilisten ermutigten, seien ein Beleg für eine Völkermordabsicht. Solche aufhetzenden Äusserungen sind beschämend. Doch so sehr sie eine unmissverständliche Verurteilung verdienen: Die Rhetorik von Politikern, die nicht an militärischen Entscheidungen beteiligt sind, spiegelt in keiner Weise die tatsächlichen Einsätze der IDF wider.
Israel hat keinen Völkermord begangen, sondern vielmehr Massstäbe dafür gesetzt, wie eine Kriegsführung im urbanen Raum gegen einen Feind auszusehen hat, der vor nichts zurückschreckt, auch nicht vor dem Tod der eigenen Zivilbevölkerung.
Wir fordern alle, denen dieses Thema ein Anliegen ist, dazu auf, die Fakten zum Gaza-Feldzug sorgfältig zu prüfen, auf einer getreuen Anwendung der Völkermordkonvention zu bestehen und faktisch wie rechtlich zweifelhafte Anschuldigungen gegen Israel zurückzuweisen. Geschieht dies nicht, setzt man künftigen Gegnern einen Anreiz, Zivilisten absichtlich zu gefährden und deren Leid anschliessend auszunutzen, um rechtmässige Einsätze als Völkermord darzustellen, die öffentliche Unterstützung zu schwächen und unsere Bündnisse zu spalten.
Der Präzedenzfall, der heute im Fall Israels geschaffen wird, wird die Bedingungen prägen, unter denen amerikanische Streitkräfte morgen kämpfen. Um Zivilisten zu schützen und die Fähigkeit unserer Nation zur Selbstverteidigung zu bewahren, müssen wir für die Wahrheit einstehen, wenn das Kriegsrecht verzerrt wird, um falsche Völkermordvorwürfe zu erheben.
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Lesen Sie den offenen Brief im Original hier:
Open Letter From 75+ Military Professionals Rejecting Genocide Allegation Against Israel
Zu den Unterzeichnern gehören:
Gen James F. Amos, USMC (ret.), 35th Commandant of the Marine Corps
GEN Frank J. Grass, USA (ret.), JINSA Generals and Admirals Program Participant
Gen W.L. ”Spider” Nyland, USMC (ret.), Assistant Commandant of the Marine Corps
Gen Philip M. Breedlove, USAF (ret.), Supreme Allied Commander Europe, Commander US European Command
Gen Kevin P. Chilton, USAF (ret.), Commander, U.S. Strategic Command
Gen C.T. “Tony” Robertson, Jr., USAF (ret.), Commander, U.S. Transportation Command, and Commander, Air Mobility Command
GEN James D. Thurman, USA (ret.), Commander, United Nations Command, ROK-United States Combined Forces Command, and United States Forces Korea
Gen Charles Wald, USAF (ret.), Deputy Commander of United States European Command (EUCOM)
LTG John M. Bednarek, USA (ret.), Senior Defense Official, Iraq; Chief, Office of Security Cooperation, Baghdad
Gen William Begert, USAF (ret.), Commander, Pacific Air Forces, and Air Component Commander for the Commander, U.S. Pacific Command
ADM Bruce Clingan, USN (ret.), Commander, U.S. Naval Forces Europe; U.S. Naval Forces Africa; Allied Joint Force Command, Naples
Gen Donald G. Cook, USAF (ret.), Commander, Air Education and Training Command
ADM Mark Fitzgerald, USN (ret.), Commander, U.S. Naval Forces Europe; U.S. Naval Forces Africa; Allied Joint Force Command, Naples
Gen Mike Hostage, USAF (ret.), Commander, Air Combat Command
Lt Gen Steven L. Basham, USAF (ret.), Deputy Commander, U.S. European Command
VADM John Bird, USN (ret.), Commander, U.S. 7th Fleet
Lt Gen Rod Bishop, USAF (ret.), Commander, 3rd Air Force
LTG H. Steven Blum, USA (ret.), Deputy Commander, U.S. Northern Command
LtGen Thomas Conant, USMC (ret.), Deputy Commander, United States Pacific Command
VADM Michael J. Connor, USN (ret.), Commander, United States Submarine Forces
Lt Gen David Deptula, USAF (ret.), Deputy Chief of Staff for Intelligence, Surveillance and Reconnaissance, Headquarters Air Force Lt Gen Eric Fiel, USAF (ret.), Commander, Air Force Special Operations Command
VADM Jeffrey Fowler, USN (ret.), 60th Superintendent, U.S. Naval Academy
VADM Mark I. Fox, USN (ret.), Deputy Commander, United States Central Command
LTG David Fridovich, USA (ret.), Deputy Commander, U.S. Special Operations Command-USSOCOM
LtGen Kenneth Glueck, Jr., USMC (ret.), Deputy Commandant, Combat Development and Integration; Commanding General, Marine Corps Combat Development Command
Lt Gen Michael Gould, USAF (ret.), Superintendent, United States Air Force Academy
LtGen Mike Groen, USMC (ret.), Director, Joint Artificial Intelligence Center (JAIC)
Lt Gen Joseph Guastella, USAF (ret.), Deputy Chief of Staff for Operations, Headquarters U.S. Air Force
LtGen Earl Hailston, USMC (ret.), Commander, U.S. Marine Corps Forces Pacific/Commander, U.S. Marine Corps Forces Central Command
LtGen Karsten Heckl, USMC (ret.), Deputy Commandant, Combat Development and Integration; Commanding General, Marine Corps Combat Development Command
LtGen John Jansen, USMC (ret.), Deputy Commandant for Programs and Resources
LTG James Jarrard, USA (ret.), Deputy Commanding General of United States Army Pacific
VADM Dennis Jones, USN (ret.), Deputy Commander in Chief, US Strategic Command
LTG Raymond Mason, USA (ret.), Deputy Chief of Staff for Logistics, G4 Army Staff
Lt Gen Charles May, USAF (ret.), Assistant Vice Chief of Staff
LtGen Fred McCorkle, USMC (ret.), Deputy Commandant Marine Corps Aviation
Lt Gen Thomas G. McInerney, USAF (ret.), Assistant Vice Chief of Staff, Headquarters U.S. Air Force
VADM John Miller, USN (ret.), Commander, US Naval Forces, US Central Command
LtGen Rich Mills, USMC (ret.), Commander, Marine Forces Reserve and Commander Marine Forces North
Lt Gen Charles Moore, USAF (ret.), Deputy Commander, U.S. Cyber Command
Lt Gen C.D. Moore II, USAF (ret.), Commander, Air Force Life Cycle Management Center
VADM Ross A. Myers, USN (ret.), Commander, Tenth Fleet/Fleet Cyber/Navy Space, and former Deputy Commander, USCYBERCOM LTG Raymond Palumbo, USA (ret.), Director for Defense Intelligence
Lt Gen Chris Nowland, USAF (ret.), Deputy Chief of Staff for Operations, Headquarters U.S. Air Force
VADM Carol Pottenger, USN (ret.), NATO Allied Command Transformation DCOS Capability Development
VADM Joe Rixey, USN (ret.), Director of the Defense Security Cooperation Agency
VADM Herman A. Shelanski, USN (ret.), Naval Inspector General VADM Sandra Stosz, USCG (ret.), Deputy Commandant for Mission Support
LTG Guy Swan, USA (ret.), Commanding General, U.S. Army North/5th Army
Lt Gen Thomas J. Trask, USAF (ret.), Vice Commander, United States Special Operations Command
LtGen Mark Wise, USMC (ret.), Deputy Commandant for Aviation, USMC
RADM Fred L. Ames, USCG (ret.), Assistant Commandant for Human Resources
MajGen Joseph T. Anderson, USMC (ret.), CG 1st Marine Aircraft Wing
MG Joe Arbuckle, USA (ret.), Commander, Operations Support Command
RADM Paul Becker, USN (ret.), Director for Intelligence, Joint Staff (J2)
Maj Gen Jack J. Catton, Jr., USAF (ret.), Director of Requirements, Headquarters Air Combat Command
MajGen Mark Clark, USMC (ret.), Commanding General Marine Special Operations Command (MARSOC)
MajGen Jon Gallinetti, USMC (ret.), Deputy Commander, Marine Corps Forces Command
RADM Brett Heimbigner, USN (ret.), Director Joint ISR Operations Center
MajGen Bob Hollingsworth, USMC (ret.), Vice Commander, Marine Forces Pacific
Maj Gen James P. Hunt, USAF (ret.), Deputy Commanding General, Multi-National Corps, Iraq
Maj Gen Kenneth Israel, USAF (ret.), Assistant Deputy Undersecretary of Defense for Airborne Reconnaissance and Director of the Defense Airborne Reconnaissance Office
RADM Steven Kantrowitz, USN (ret.), Deputy Commander, Naval Legal Service Command
RADM Edward Masso, USNR (ret.), Commander Navy Personnel Command/Deputy Chief of Naval Personnel
RADM William F. Merlin, USCG (ret.), Commander, Eighth Coast Guard District
MG William Moore, USA (ret.), Director for Operations, Headquarters
Maj Gen Bentley B. Rayburn, USAF (ret.), Commander, USAF Doctrine Center
MajGen Dave Richwine, USMC (ret.), Chief Information Officer and Director of Intelligence, Headquarters, US Marine Corps
Maj Gen Lawrence Stutzriem, USAF (ret.), Director, Plans, Policy, and Strategy, North American Aerospace Defense Command and U.S. Northern Command
MajGen Larry Taylor, USMCR (ret.), Commanding General, 4th Marine Aircraft Wing
MG Paul Vallely, USA (ret.), Deputy Commanding General US Army Pacific
RDML Terry McKnight, USN (ret.), Commander Task Force 151 – Anti-Piracy Task Force/Commander Expeditionary Group Two
RDML Mark Milliken, USN (ret.), Deputy Assistant Secretary of the Navy International Programs Office
BGen Michael Mulqueen, USMC (ret.), The United States Military Entrance Processing Command
Brig Gen Christopher Walker, USAF (ret.), Assistant Adjutant General and Commander of the West Virginia Air National Guard
BG Mitchell M. Zais, Ph.D., USA (ret.), Former Acting U.S. Secretary of Education
COL Marc Warren, USA (ret.), Former Special Assistant for Military Law and Operations to The Judge Advocate General, U.S. Army
MAJ John Spencer, USA (ret.), Executive Director, Urban Warfare Institute


