Am Dienstag, 8. September, wird die fünfte Staffel der israelischen Thrillerserie „Fauda“ auf dem Streamingdienst Netflix verfügbar sein.
„Fauda“, das arabische Wort für „Chaos“, handelt von einer israelischen Antiterroreinheit. Die Serie hat sich zu einer der erfolgreichsten israelischen Fernsehproduktionen aller Zeiten entwickelt.
Bereits nachdem die vierte Staffel von „Fauda“ im Januar 2023 auf Netflix angelaufen war, begannen die Serienschöpfer Avi Issacharoff und Lior Raz mit der Arbeit an der fünften Staffel. Dann kam das Massaker vom 7. Oktober.
Daraufhin wurden die Pläne für die fünfte Staffel geändert. Das Massaker vom 7. Oktober bildet nun den Hintergrund der neuen Handlung.
„Uns wurde klar, dass sich eine Serie, die die Realität im Nahen Osten – in Israel – darstellt, nicht von dem grössten Ereignis lösen kann, das sich hier in den vergangenen, ich würde sagen, 75 bis 80 Jahren ereignet hat. Es ist unmöglich, dies zu ignorieren“, sagt Issacharoff in einem Interview mit Netflix.
Die Handlung der fünften Staffel von „Fauda“ spielt zwei Jahre nach dem Massaker vom 7. Oktober, bei dem 1.200 Menschen getötet und 251 als Geiseln verschleppt wurden.
Die Hauptfigur Doron, gespielt von Serienschöpfer Lior Raz, muss gegen innere Dämonen und neue Feinde kämpfen. Der eigenmächtige Rachefeldzug eines alten Freundes im französischen Marseille zieht ihn in eine lebensgefährliche Undercover-Operation hinein.
Die Serie zeigt, wie Doron und mehrere andere zentrale Figuren mit den Folgen ihrer Traumata kämpfen – insbesondere mit jenen des Massakers vom 7. Oktober.
Obwohl die Handlung der Serie hauptsächlich im Jahr 2025 spielt, gibt es zwei Episoden, die am 7. Oktober 2023 angesiedelt sind. Sie begleiten die Figuren bei ihren Erlebnissen an diesem Tag. Die Serienschöpfer räumen ein, dass die Produktion dieser beiden Episoden eine grosse Belastung war.
„Hier in Israel ist dies etwas, das niemand vergessen kann. Wir hatten Angst davor, etwas zu machen, das die Menschen noch mehr verletzen könnte. Würden wir diejenigen verletzen, die Angehörige verloren haben? Würden wir Menschen auf der anderen Seite verletzen? Aber wir folgten unserer eigenen Überzeugung, dass dies die richtige Geschichte ist und dass dies die richtige Art ist, sie zu erzählen“, sagt Issacharoff.
Die Serie wird sich auf den menschlichen Preis des Krieges konzentrieren.
„Ich hoffe, dass die Menschen die Serie sehen und verstehen werden, welchen Preis man im Krieg bezahlt – wie schwierig es ist. Sie richtet sich auch an jene, die nicht genau wissen, was geschehen ist, aber dennoch eine starke Meinung zu den Ereignissen haben. Ich halte es ebenfalls für wichtig, dass sie die Serie sehen, sich danach mit der Sache auseinandersetzen und sich eine Meinung bilden“, sagt Raz.
Die Serienschöpfer betonen, dass „Fauda“ eine Fernsehserie und keine Dokumentation ist. Dennoch ist die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit nicht unbedingt besonders gross.
Einer der bekanntesten Schauspieler der Serie, Idan Amedi, meldete sich nach dem Angriff vom 7. Oktober zum Reservedienst. Im Januar 2024 wurde er bei einer Explosion im Gazastreifen schwer verletzt. Aufgrund seiner Verletzungen hat er sich entschieden, die Serie zu verlassen. Er wird deshalb in der fünften Staffel nicht zu sehen sein.
Hier sehen Sie einen Vorgeschmack auf die fünfte Staffel:
Über den Autor:
Bjarte Bjellås ist Journalist und Redaktor bei MIFF Norwegen. Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf Norwegisch bei miff.no und wurde für MIFF DACH ins Deutsche übersetzt und redaktionell bearbeitet.



