Ali Khamenei erlebte nicht mehr, wie Israel verschwindet. Stattdessen verschwand er selbst aus der Geschichte – getötet durch israelische und amerikanische Raketen.
Seit der Islamischen Revolution von 1979 wird Iran von einem abgeschotteten Oligarchensystem beherrscht, einem theokratischen Machtzirkel aus wenigen religiösen Führern. Die Machthaber berufen sich auf die Lehre von der «Herrschaft des Rechtsgelehrten» (Velayat-e Faqih), wonach ein islamischer Rechtsgelehrter die politische und geistliche Oberaufsicht über Staat und Gesellschaft ausübt. Sie rechtfertigen ihre Politik mit der Behauptung, die Revolution sei weiterhin von inneren und äusseren Feinden bedroht. In ihrem Selbstverständnis steht die Islamische Republik in einem heilsgeschichtlichen Kampf gegen die Überreste einer jahrtausendelangen Herrschaft «korrupter» Könige, Emire und Khane sowie gegen westlichen Einfluss.
Ajatollah Ali Khamenei stand seit 1989 an der Spitze dieses Systems. Als Nachfolger von Ajatollah Ruhollah Khomeini vereinte er religiöse und politische Macht in seiner Person. Gemäss der Verfassung von 1979 ist der «Oberste Führer» nicht nur Staatsoberhaupt, sondern auch oberste Autorität der Streitkräfte, der Justiz, der staatlichen Medien und der zentralen Aufsichtsgremien. In der ideologischen Lesart seiner Anhänger repräsentierte er Allahs Herrschaft auf Erden und beanspruchte letztgültige Entscheidungsgewalt in allen grundlegenden Fragen des Staates.
Nach der Revolution von 1979 beschlagnahmte das Khomeini-Regime Vermögenswerte von rund 130’000 als «reich» eingestuften Personen. Zwischen 1985 und 1989 wurden 75’000 Wohnungen und Geschäfte Angehörigen der städtischen Mittelschicht entzogen.
Ab 1994 wurden schätzungsweise 200 staatliche Unternehmen privatisiert. In der Praxis bedeutete dies häufig, dass sie in die Hände einer kleinen Gruppe von Politikern und Mullahs übergingen, die dem «Obersten Führer» nahestanden. Rund 500 Geistliche mit politischen Funktionen hielten Anteile an denselben Unternehmen oder sassen in den Verwaltungsräten der sogenannten revolutionären Stiftungen. Die Führungszirkel waren vielfach durch familiäre Bindungen oder Heiratsverbindungen miteinander verknüpft.
Auch grosse Teile des Aussenhandels wurden unter den herrschenden Clans aufgeteilt; unter anderem wurde der sehr lukrative Waffenhandel im Umfang von rund 30 Milliarden Dollar jährlich vom «Büro des Führers» gesteuert, das Aufträge nach politischer Loyalität vergab. Ausländische Politiker erhielten Vorzugskonditionen beim Kauf iranischen Öls; dieses Instrument sei ebenfalls zur Finanzierung verbündeter Milizen und Organisationen im Ausland eingesetzt worden.
Chefredaktoren und Direktoren staatlicher Medienunternehmen wurden vom «Obersten Führer» ernannt. Das Machtzentrum kontrollierte zahlreiche grosse Zeitungen und Rundfunkanstalten.
Zudem verfügte das System über eigene Sicherheitsapparate. In sämtlichen Ministerien und staatlichen Betrieben war mindestens ein Vertreter des religiösen Machtzirkels präsent. Schlüsselressorts wie Inneres, Justiz und Sicherheit standen vollständig unter seiner Kontrolle. Die Aussenpolitik wurde von einem kleinen Gremium bestimmt, das ausschliesslich dem «Obersten Führer» berichtete. Der Verteidigungsminister galt als politisch weitgehend abhängig. Rund 25’000 Elitesoldaten sollen dem «Obersten Führer» unmittelbar loyal gewesen sein.
Hinzu kamen etwa 15’000 paramilitärische Kräfte, darunter auch Freiwillige aus Libanon, Irak und Afghanistan, die gegen Proteste im Innern vorgingen. Sie griffen mit Schlagstöcken, Äxten und anderen Waffen ein, wenn Bürger es wagten, sich offen gegen den islamischen Staat zu stellen.
Die Liste der Vorwürfe gegen das Regime liesse sich fortsetzen. Noch im Januar 2026 sollen Sicherheitskräfte unter Khameneis Verantwortung über 30’000 Iraner getötet haben. Viele Iraner – sowohl im Exil als auch im Land – reagierten daher mit Erleichterung oder gar Jubel auf die Nachricht von seinem Tod.
Irans oberster Führer Ali Khamenei bezeichnete den jüdischen Staat Israel wiederholt als «Krebsgeschwür».
«Mit Allahs Hilfe ist es gewiss, dass Israel verschwinden wird», sagte Khamenei 2010.
Allah griff nicht ein. In den frühen Morgenstunden des 28. Februar 2026 war es Ali Khamenei, der verschwand.
Über Jahrzehnte hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu darauf hingearbeitet, Israel wirtschaftlich und militärisch so zu stärken, dass es dem iranischen Regime standhalten kann. Khameneis Tod – im Rahmen einer Operation in enger Abstimmung mit den Vereinigte Staaten – dürfte als einer seiner grössten strategischen Erfolge gewertet werden.


