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Weg mit Israel: Die Juso Schweiz als Imperialisten- und Kolonialisten-Partei 

Sacha Wigdorovits ist Präsident des Vereins "Fokus Israel und Nahost".
Wer glaubt, dass die Schweizer Jungsozialisten Imperialismus und Kolonialismus ablehnen, der täuscht sich gewaltig. Im Gegenteil: Sie haben beides zu ihrer Doktrin erhoben. Mindestens in Bezug auf den jüdischen Staat Israel. Denn mit diesem sind sie zwar weder geografisch noch politisch verbunden, aber sie fordern in bester imperialistischer und kolonialistischer Manier seine Abschaffung.

Dummheit ist bekanntlich – wie Antisemitismus – grenzenlos. Deshalb machte beides auch vor dem jurassischen Moutier nicht halt, als dort die schweizerischen Jungsozialisten (Jusos) an ihrer letzten Delegiertenversammlung eine Resolution mit dem Titel «Einstaatenlösung gegen den Siedler*innenkolonialismus verabschiedeten». 

Das Papier, das zahlreiche geschichtsklitternde Verzerrungen, Halb- und Unwahrheiten enthält, fordert die Abschaffung des Staates Israel zugunsten der «Errichtung eines demokratischen Staates verschiedener Kulturen auf dem ganzen Gebiet des historischen Palästinas.» Natürlich inklusive dem «Recht auf Rückkehr der Millionen von vertriebenen Palästinenser*innen im Exil» 

Anmerkung: von jenen «Palästinenser*innen», die 1948 wegen des von den arabischen Staaten entfachten Kriegs gegen Israel entweder auf Geheiss ihrer eigenen Führer flohen oder vertrieben wurden, leben heute schätzungsweise noch 30’000 bis 40’000, nicht «Millionen». Aber das ist ein Detail. Die Rede ist hier ja nicht von Mathematiker*innen, sondern von Politiker*innen.

Imperialist*innen und Kolonialist*innen im sozialistischen Gewand

Dass die Jusos mit dem Zionismus, der lange Zeit von sozialistischen Projekten wie der Kibbuz-Bewegung mitgeprägt war, nichts am Hut haben, wäre beinahe zum Schmunzeln. Denn es zeigt, wie wenig sie von der Geschichte des Staates Israel wissen.

Und dass ausgerechnet die selbsternannten Kämpfer*innen gegen den Kolonialismus und Imperialismus sich anmassen, die Abschaffung eines fremden Landes zu fordern, wäre sogar zum Lachen. Weil es keine Forderung gibt, die imperialistischer und kolonialistischer ist als eben diese. (Und das noch ausgerechnet in Moutier, das lange Zeit für seine Unabhängigkeit vom imperialistischen Bern kämpfen musste.)

Forderung nach der Vertreibung von 7,7 Millionen Juden

Aber letztlich ist die von den Jusos verabschiedete Resolution nicht lustig. Denn sie fordert nichts anderes als die Vernichtung des jüdischen Staates Israel und damit die Vertreibung der dort lebenden jüdischen Bevölkerung. Denn was deren Schicksal im von den Jusos geforderten Einheitsstaat wäre, wissen auch diese selbst. So dürften mindestens einige von ihnen davon gehört haben, dass nach der Gründung des Staates Israel zwischen 800’000 und 900’000 Juden aus den arabischen Ländern vertrieben wurden und flüchten mussten. 

Doch ein solches Schicksal der heute in Israel beheimateten 7,7 Millionen Jüdinnen und Juden scheint den Jusos egal zu sein. Denn jüdisches Leben zählt für sie ohnehin nicht. Dies wird unter anderem dadurch sichtbar, dass das Massaker der palästinensischen Terrororganisation Hamas vom 7. Oktober 2023 in der Resolution von den Jusos mit keinem Wort erwähnt wird. Im Gegenteil, indirekt legitimieren sie es sogar. So fordern die Jusos in ihrer Resolution für die Palästinenser ausdrücklich ein «Recht auf Widerstand». Dazu gehört für sie offenbar auch die bestialische Ermordung von 1200 Menschen, vom Kleinkind bis zur Seniorin.

Die Jusos als verkappte Nazis

Alles in allem unterscheiden sich die Jusos in ihrer Denke mindestens diesbezüglich nicht von den deutschen Nationalsozialisten der 1930er Jahre – in ihrer Namensgebung fehlt ja auch bloss das Wort «national». Wie für die Nazis sind auch für sie die Juden (pardon: «Zionisten») das Übel der Menschheit.

Die Jusos selbst werden diesen Vergleich selbstverständlich empört zurückweisen. Aber wie der PhilosophTheodor Adorno schon vor 75 Jahren treffend erkannte: «Sobald der Einzelne sich davon überzeugt hat, dass es Menschen gibt, die bestraft werden sollten, kann er seine tiefsten aggressiven Impulse ausleben – und sich dabei dennoch selbst für vollkommen moralisch halten.»

Treffender kann man die Jusos und ihren aggressiven Hass auf die Juden («Zionisten») nicht beschreiben. Das Beispiel der anti-israelischen Juso-Resolution von Moutier illustriert damit: Neben der islamistischen Judenfeindlichkeit geht kraft der sich selbst verliehenen «moralischen Vollkommenheit» der virulenteste Antisemitismus heute von der politischen Linken aus.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf der Website FokusIsrael.org und wird von MIFF mit freundlicher Genehmigung erneut veröffentlicht.

 

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Weitere Artikel zu diesem Thema sind erschienen auf:

https://www.audiatur-online.ch/2026/07/07/wie-die-juso-schweiz-das-ende-israels-zur-parteipolitik-macht/

https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/07/israel-soll-demokratischem-staat-weichen-die-neue-nahost-position-der-juso

Über den Autor: 

Sacha Wigdorovits ist Präsident des Vereins Fokus Israel und Nahost, der die Webseite www.fokusisrael.ch betreibt. Er studierte an der Universität Zürich Geschichte, Germanistik und Sozialpsychologie und arbeitete unter anderem als USA-Korrespondent für die SonntagsZeitung, war Chefredaktor des BLICK und Mitbegründer der Pendlerzeitung 20minuten.