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Studie: Wer Israel mit Nazi-Deutschland vergleicht, rechtfertigt häufiger Gewalt gegen Juden

Illustrationsbild von einer antiisraelischen Demonstration in Frankreich.
Neue Studie untersucht Zusammenhang zwischen Holocaust-Umkehr und Antisemitismus

Eine neue Studie des norwegischen Sozialforschers Johannes Due Enstad kommt zu einem brisanten Ergebnis: Personen, die Israel mit Nazi-Deutschland gleichsetzen, rechtfertigen deutlich häufiger Belästigungen und Gewalt gegen Juden. Die Untersuchung basiert auf zwei repräsentativen Bevölkerungsumfragen in Norwegen und wurde in der renommierten Fachzeitschrift American Psychologist veröffentlicht.

Der Autor untersucht das Phänomen der sogenannten „Holocaust-Umkehr“ (Holocaust Inversion). Gemeint ist die Behauptung, Israel behandle die Palästinenser genauso schlimm wie die Juden während des Zweiten Weltkriegs behandelt wurden. Nach Ansicht des Forschers handelt es sich dabei nicht bloss um scharfe Israelkritik, sondern häufig um ein gesellschaftlich akzeptiertes Vehikel zur Äusserung antisemitischer Einstellungen.

Holocaust-Vergleiche erhöhen die Akzeptanz von Gewalt gegen Juden

Für die Studie wurden zwei landesweite Umfragen mit insgesamt über 3’200 Teilnehmern ausgewertet. Die Befragten wurden unter anderem gefragt, ob Israel die Palästinenser „genauso schlimm“ behandle wie die Juden während des Zweiten Weltkriegs und ob sich Belästigung oder Gewalt gegen Juden angesichts des israelischen Verhaltens rechtfertigen lasse.

Das Ergebnis war eindeutig: Personen, die der Holocaust-Umkehr zustimmten, waren neun- bis zwölfmal häufiger bereit, Gewalt oder Belästigung gegen Juden zu rechtfertigen als Personen, die diesen Vergleich ablehnten. Darüber hinaus verweigerten sie deutlich häufiger eine Stellungnahme zur Frage, ob Gewalt gegen Juden gerechtfertigt sei.

Besonders bemerkenswert: Der Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn Faktoren wie Bildung, Geschlecht, politische Sympathien für die Palästinenser sowie offen antisemitische Einstellungen statistisch herausgerechnet wurden. Die Forscher sehen darin einen Hinweis, dass Holocaust-Vergleiche eine eigenständige Rolle bei der Legitimation judenfeindlicher Einstellungen spielen.

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Klicken Sie hier, um die Originalstudie einzusehen.