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Europäische Jüdische Vereinigung: «Juden müssen sich darauf vorbereiten, Belgien zu verlassen»

Ein Mohel (Plural: Mohalim) ist ein religiös autorisierter Fachmann, der die männliche Beschneidung nach jüdischem Gesetz vollzieht. (Illustrationsbild: Yaakov Naumi/Flash90)
EJA-Vorsitzender Rabbiner Menachem Margolin warnt vor antisemitischen Motiven hinter der Strafverfolgung gegen zwei Mohelim: «Die Botschaft ist klar: Juden sind heute Bürger zweiter Klasse.»

Die European Jewish Association reagierte scharf auf die Entscheidung der Staatsanwaltschaft in Antwerpen, zwei jüdische Ritualbeschneider wegen mutmasslich illegal durchgeführter Beschneidungen vor Gericht zu bringen. Nach Angaben der Behörden hätten die Männer medizinische Eingriffe ohne ärztliche Zulassung vorgenommen. Die Anklage lautet unter anderem auf vorsätzliche Körperverletzung an Minderjährigen sowie unerlaubte Ausübung der Medizin.

Rabbiner Margolin bezeichnete das Verfahren als «klar antisemitisch» und zog Parallelen zu historischen Einschränkungen jüdischen Lebens in Europa. Die Strafverfolgung sei ein weiterer Schritt gegen fundamentale jüdische Religionspraxis. Auch Israels Aussenminister Gideon Sa’ar kritisierte Belgien scharf und sprach von einer «Schande» für das Land. Unterstützung kam zudem vom amerikanischen Botschafter in Belgien sowie von jüdischen Organisationen in Europa und Israel.

Die belgische Regierung weist die Vorwürfe zurück. Aussenminister Maxime Prévot erklärte, das Verfahren richte sich nicht gegen das Judentum, sondern betreffe die Einhaltung medizinischer Vorschriften. Hintergrund ist ein belgisches Gesetz, wonach medizinische Eingriffe grundsätzlich Ärzten vorbehalten sind. Der Fall verschärft jedoch die ohnehin angespannte Debatte über Antisemitismus in Belgien und die Zukunft jüdischen Lebens im Land.

 

Quellen: 
Israel National News
Times of Israel