Trotz der offiziell angekündigten Abschaffung des umstrittenen «Pay-for-Slay»-Programms setzt die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) die Zahlungen an inhaftierte und freigelassene Terroristen fort – unter anderem Namen und in neuen Strukturen.
«Pay for Slay»
„Pay for Slay“ bezeichnet ein Programm der Palästinensischen Autonomiebehörde, das finanzielle Zuwendungen an inhaftierte oder freigelassene Attentäter sowie an die Familien getöteter oder verletzter Täter auszahlt. Am 10. Februar 2025 kündigte PA-Chef Mahmoud Abbas unter massivem westlichem Druck das Ende dieser Zahlungen an. Künftig sollten Unterstützungsleistungen für inhaftierte Terroristen und sogenannte Märtyrer-Familien über eine Sozialbehörde laufen und an soziale Kriterien gebunden sein. Westliche Regierungen begrüssten den Schritt als Reformsignal.
Offizielles Aus, faktische Fortsetzung
Das Kernproblem – das marktattraktive Löhne an Terroristen und ihre Angehörige ausgezahlt werden und somit weiteren Terror inzentiviert – scheint jedoch weiterhin zu bestehen. Gemäss einen umfassenden Bericht vom Palestinian Media Watch (PMW) existiere neben dem altbekannten System der sogenannten «Gefangenenkommision» ein zweites, weitgehend verborgenes Prämienprogramm für freigelassene Terroristen mit mehr als 10’000 Empfängern und einem Volumen von über 230 Millionen Dollar jährlich.
Laut PMW reagierte die PA bereits 2021 auf internationalen Druck, indem sie tausende ehemalige Häftlinge aus den offiziellen Listen der Gefangenenkommission strich und in andere staatlichen Strukturen integrierte. Rund 7’500 frühere Gefangene seien so in zivile Behörden, Sicherheitskräfte oder Pensionssysteme überführt worden. So erhielten sie weiterhin regelmässige Zahlungen – nun aber als Gehälter oder Renten. Dadurch können internationale Geber, die ihre «humanitäre Unterstützung» gezielt für Beamtenlöhne oder Sicherheitsausgaben bereitstellen, indirekt genau jene Zahlungen finanzieren, die sie eigentlich verhindern wollen.
Millionen unter dem Radar
Neben den freigelassenen Attentätern sollen auch tausende Familien von Getöteten und Verletzten weiterhin Geld erhalten, teils ausserhalb der PA-Gebiete. Insgesamt schätzt PMW die verdeckten Zahlungen im Jahr 2025 auf rund 315 Millionen Dollar mit mindestens 23’500 Begünstigten.
Der Bericht spricht von einer gezielten Täuschung westlicher Geldgeber. Während die PA öffentlich Reformen verkünde, würden im Hintergrund neue Wege geschaffen, um das Prämiensystem fortzuführen – und laut jüngsten Hinweisen sogar weiter auszubauen.
Konsultieren Sie den Originalbericht:
Palestinian Media Watch (PMW): Hiding Pay-for-Slay: The Palestinian Authority’s continued payments to terrorists through hidden frameworks. Spezialbericht, 2026.



