„NAZA: The Real Story“ ist ein Gegenzeugnis zum stark israelkritischen Film „NAZA“, der derzeit weltweit in den Kinos läuft und Israel unter tosendem Applaus Kriegsverbrechen vorwirft. „NAZA: The Real Story“ ist ein Film von Augenzeugen. Hohe Kommandanten und Nachrichtendienstoffiziere, die die Einsätze in Gaza selbst geführt haben, schildern den Krieg in ihren eigenen Worten, gedreht auf denselben nächtlichen Dächern von Tel Aviv wie „NAZA“.
Unsere Empfehlung: Sehen Sie diesen Film!
Der Film ist kostenlos online abrufbar, dauert 49 Minuten und wurde unter anderem vom Reserveoffizier Roi Danino realisiert, der während des Kriegs über 600 Tage Reservedienst leistete.
Was diese Offiziere berichten, deckt sich mit dem, was Tausende israelische Soldaten seit Kriegsbeginn erzählen: In den eingenommenen Gebieten fanden sie kaum ein Haus ohne Waffen, Sprengstoff, Tunnelzugänge oder extremistische Schriften, oft mitten im Familienalltag versteckt. Ein Kommandant schildert, wie seine Truppe unter einem Kinderbett eine Panzerabwehrladung fand, während im Elternschlafzimmer eine Kiste mit 30 Mörsergranaten neben einem Babybett stand. Ein Stabsoffizier beschreibt ein Wohnzimmer mit Hassliteratur, darunter „Mein Kampf“, dahinter Waffen und schliesslich einen Tunnelschacht. Untermauert werden diese Aussagen mit Fotos, Filmaufnahmen und Dokumenten, die laut den Machern von der IDF zur Veröffentlichung freigegeben wurden. Anders als die anonymen, verfremdeten Stimmen in „NAZA“, deren Schilderungen weder Ziel noch Datum oder Ort nennen, lassen sich diese Zeugnisse überprüfen.
Vor allem liefert der Film den strategischen Kontext, den „NAZA“ vollständig ausblendet. Die militärische Infrastruktur der Hamas lag in Wohnhäusern und in einem Tunnelnetz von geschätzt 700 Kilometern Länge, das unter den Städten Gazas verlief. Ein Tunnelschacht hinter einer Wohnzimmerwand lässt sich nicht aus der Luft zerstören. Waffenlager, Angriffsbasen und Tunnel konnten nur ausgeschaltet werden, indem Bodentruppen das Gebiet einnahmen. Das Gebiet liess sich jedoch nicht einnehmen, ohne die Bausubstanz zu zerstören, in die diese militärische Infrastruktur eingebettet war – oft zusätzlich mit Sprengfallen gesichert.
Deshalb warnte Israel zuerst und liess ganze Gebiete evakuieren, obwohl jede Warnung nach Angaben einer Armeequelle das Überraschungsmoment preisgab. Und deshalb machte Israel die eingenommenen Gebiete grossflächig dem Erdboden gleich. Nicht aus Wut und Rache – auch wenn einzelne Soldaten durchaus von solchen Motiven geleitet worden sein mögen –, sondern aufgrund einer militärischen Doktrin mit einer völlig legitimen Begründung: der Zerstörung der militärischen Kapazitäten der Hamas zum Schutz der eigenen Bevölkerung.
Hier schliesst sich ein Kreis: In unserer Rezension des Films „NAZA“ wiesen wir darauf hin, dass Israels Abschätzung von Kollateralschäden vor Angriffen, so zynisch sie oberflächlich wirken mag, kein Kriegsverbrechen ist, sondern eine Pflicht des Kriegsvölkerrechts. Zudem ist die Zahl der getöteten Zivilisten im Gazakrieg, so grausam diese Realität auch ist, militärisch gesehen vergleichsweise tief. Mit „The Real Story“ kommt nun ein neues, wichtiges Puzzlestück hinzu: Die massiven materiellen Kollateralschäden, vor allem an Gebäuden, haben einleuchtende strategische Gründe. Und auch hier gilt:
Die Hamas hat diesen unrechtmässigen Krieg entfacht, und sie könnte ihn jederzeit durch ihre Kapitulation beenden.
Die Schuld an Gazas Kollateralschäden – NAZA – trägt folglich die Hamas. Gegen sie muss sich die berechtigte moralische Wut über das Leiden in Gaza richten.
Über den Autor:
Dr. philos. Jens Tomas Anfindsen unterrichtet seit vielen Jahren in den Bereichen Religion, Philosophie und Ethik. Er ist Leiter von MIFF DACH und Redakteur von Israelfrieden.org.


