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Ein Kindertraum vom Judenmord

Kinderzeichnungen von Yahya Sinwars zehnjährigem Sohn. (Foto: IDF)
Zum zweiten Todestag von Yahya Sinwar hat die israelische Armee einen Brief samt Zeichnungen veröffentlicht, die dessen zehnjähriger Sohn zu Beginn des Gazakriegs für seinen Vater angefertigt haben soll. Darin geht es um Sehnsucht, um Waffen aus Karton und um den Wunsch, Juden zu erschiessen.

🟦 MIFF kommentiert

In der gängigen Vulgärpropaganda ist derzeit öfters von kindermordenden Juden zu hören – Kinderblut stellt ja bekanntlich eine besondere Vorliebe des „Judenwesens“ dar. Belege aus der realen Welt, die zeigen, wie palästinensische Kinder und Jugendliche mit Hassmaterial und Kinderspielen darauf getrimmt werden, Juden töten zu wollen, erhalten weit weniger Aufmerksamkeit. Nun macht jedoch ein neues Beispiel die Runde.

Yahya Sinwar ist der wohl bekannteste Drahtzieher des 7. Oktober. Die von der Armee beschlagnahmten Zeichnungen seines Sohnes Ibrahim, der zu Beginn des Gazakriegs zehn Jahre alt war, schockieren durch ihre kindlich verharmloste Brutalität. In einer linken unteren Ecke des Briefs klebt ein Spider-Man-Sticker. Daneben schreibt Ibrahim, er vermisse seinen Vater, wolle ihn umarmen und siegreich sehen und „eine Kalaschnikow halten und Juden erschiessen“. In seiner freien Zeit, erzählt der Junge, baue er Pistolen, Panzer und Kalaschnikows aus Papier und Karton. Beigefügt sind Zeichnungen: ein Sturmgewehr, israelische Panzer am Grenzzaun, Raketen, die aus Gaza Richtung Israel fliegen. Der Brief endet mit dem Wunsch, der Krieg möge aufhören und der Vater gesund zurückkehren. Dazu kam es nicht. Sinwar wurde am 16. Oktober 2024 in Rafah getötet.

Man könnte versucht sein, den Brief als Familienangelegenheit eines Terrorchefs abzutun. Wer bei einem Vater aufwächst, der den grössten Massenmord an Juden seit der Shoah plante, übernimmt dessen Weltbild wohl nicht zufällig. Die Armee schreibt denn auch, der Brief zeige, wie sich Sinwars „mörderische Ideologie“ in der Erziehung seiner Kinder niederschlage. Doch wäre es nur Sinwars Sohn, der so über Juden denkt. Kindersendungen, die den Märtyrertod verklären, und Schulbücher voller Hetze, auch in den Schulen des UNO-Hilfswerks UNRWA, dokumentiert der MIFF seit Jahren. Wie tief die Indoktrination tatsächlich reicht, hat erst der jüngste Krieg offengelegt. Wir erinnern an Funde in Gazas Klassenzimmern: ein Scharfschützengewehr in einem Teddybären, Granaten in einem Schulranzen, Urkunden für Kinder, die sich im Umgang mit Schusswaffen hervorgetan hatten, Hassliteratur auf allen Klassenstufen.

Es ist ein trauriges Sinnbild des Nahostkonflikts, wenn ein Zehnjähriger glaubt, er mache seinem Vater mit dem Wunsch, Juden zu töten, eine Freude. Eine ganze Generation in Gaza hat nach diesem Krieg nun noch weniger Grund als zuvor, Israel zu lieben. Eine Zukunft wird sie aber erst haben, wenn die Erwachsenen aufhören, ihr Gewehre statt Spielzeug in die Hand zu drücken. Golda Meirs berühmter Satz ist durch häufigen Gebrauch abgegriffen, doch selten passte er so genau wie zu diesem Kinderbrief mit Superheldensticker:

„Frieden wird es geben, wenn die Araber ihre eigenen Kinder mehr lieben, als sie uns hassen.“

Über den Autor: 

Dr. philos. Jens Tomas Anfindsen unterrichtet seit vielen Jahren in den Bereichen Religion, Philosophie und Ethik. Er ist Leiter von MIFF DACH und Redakteur von Israelfrieden.org.

Ein Beispiel dafür, wie tief der Dschihadismus den palästinensischen Alltag durchdringt: In einem Einkaufszentrum in Ramallah schauen Kinder einen Animationsfilm, der das Massaker der Hamas vom 7. Oktober verherrlicht, während ihre Eltern einkaufen. So wird schon die nächste Generation zum Hass auf Juden erzogen.