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100 Hisbollah-Ziele in 10 Minuten getroffen

Israelische Kampfjets über Beirut während der Beerdigung des Hisbollah-Anführers Hassan Nasrallah am 23. Februar 2025. (Foto: IDF)
Israel greift über 100 Hisbollah-Ziele im Libanon innerhalb von zehn Minuten an. Laut israelischen Quellen ein grösserer Erfolg als frühere Operationen.

Israelische Quellen erklären, der gestrige Grossangriff auf die Hisbollah im Libanon sei ein grösserer Erfolg gewesen als die Pager- und Walkie-Talkie-Angriffe im Jahr 2024.

In der Nacht auf Mittwoch, den 8. April, kündigte US-Präsident Donald Trump eine zweiwöchige Waffenruhe im Krieg mit dem islamistischen Regime im Iran an. Kurz darauf stellte Premierminister Benjamin Netanyahu klar, dass der Libanon nicht in die Waffenruhe einbezogen sei, was von Trump unterstützt wurde.

Am frühen Nachmittag des 8. April führte Israel den grössten koordinierten Angriff auf die Hisbollah seit mehreren Jahren durch. Mehr als 100 Hisbollah-Ziele wurden innerhalb von zehn Minuten getroffen.

„Dieser Angriff auf die Hisbollah wurde bereits vor dem Ausbruch des Krieges gegen den Iran am 28. Februar geplant“, schreibt Yossi Yehoshua auf Ynetnews.com.

Nach Beginn des Krieges mit dem Iran hat sich die Hisbollah stärker auf verschiedene zivile Gebiete im Libanon verteilt. Die IDF behielt jedoch den Überblick darüber, wo neue Kommandozentralen eingerichtet wurden, und genau diese wurden am Mittwochnachmittag angegriffen.

Nahezu alle geheimen Hauptquartiere der Hisbollah wurden beim Eröffnungsschlag getroffen, und zwischen 300 und 350 Hisbollah-Terroristen wurden getötet. „Die Operation wird als bedeutenderer Erfolg gewertet als der Pager-Angriff im Jahr 2024, bei dem hauptsächlich operative Terroristen und nicht die Führungsebene getötet wurden“, schreibt Yehoshua.

Einer der getöteten Hisbollah-Terroristen war Ali Yusuf Harshi, Sekretär und Neffe des Hisbollah-Anführers Naim Qassem.

In der Nacht auf Donnerstag, den 9. April, griff die IDF zwei Brücken über den Litani-Fluss an, die von der Hisbollah genutzt wurden, um „tausende Waffen, Raketen und Raketenabschussrampen“ in den Südlibanon zu transportieren. Zudem wurden laut Times of Israel rund zehn Waffenlager, Raketenabschussrampen und weitere Hisbollah-Ziele im Südlibanon angegriffen.

Libanon unter iranischer Besatzung

Makram Rabah, Historiker und Assistenzprofessor an der American University of Beirut, weist darauf hin, dass Iran und die iranischen Revolutionsgarden zivile Libanesen als menschliche Schutzschilde missbrauchen.

„Der Libanon steht unter iranischer Besatzung, und das ist der eigentliche Grund, warum er sich in ein Schlachtfeld verwandelt“, schrieb Rabah in der Nacht auf Donnerstag auf X.

„Nur wenige Stunden bevor die fragile Ruhe in Beirut durch Bomben zerstört wurde, bereitete sich die Hisbollah weder auf Deeskalation noch auf eine Lösung vor. Stattdessen festigte sie ihre Kontrolle – politisch und militärisch – in einem Prozess, der einem schleichenden Staatsstreich gleicht, getarnt unter dem Banner eines ‚göttlichen Sieges‘. Dieses Banner gibt ihr faktisch das Recht, jeden Gegner zum Schweigen zu bringen, zu bedrohen und nötigenfalls zu töten. Das ist kein Widerstand. Das ist Wahnsinn“, schreibt Rabah.

Der Akademiker ruft die Libanesen dazu auf, die Hisbollah zurückzuweisen und sich kollektiv mit ihr auseinanderzusetzen.