Israel zählt Ende 2025 zu den leistungsstärksten Volkswirtschaften im Kreis der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – ein Zusammenschluss von 38 marktwirtschaftlich orientierten Industriestaaten).
In der jährlichen Gesamtbewertung von The Economist erreicht das Land den dritten Platz unter allen OECD-Staaten. Bewertet wird dabei nicht die absolute Grösse einer Volkswirtschaft, sondern die Kombination aus wirtschaftlicher Dynamik, Stabilität und Erholungskraft.
Besonders eindrücklich zeigt sich diese Stärke an den Finanzmärkten. Die Börse von Tel Aviv gehört 2025 zu den drei bestperformenden Aktienmärkten weltweit. Der Leitindex TA-125 legte im Jahresverlauf um mehr als 50 Prozent zu. Eine Investition von 1’000 Dollar zu Jahresbeginn hätte sich bis zum Jahresende auf rund 1’540 Dollar erhöht. Diese Entwicklung gilt als starkes Signal für das Vertrauen von Investoren in die israelische Wirtschaft.
Auch die zentralen makroökonomischen Kennzahlen unterstreichen die robuste Lage. Die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 3 Prozent und damit auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Inflation bewegt sich mit etwa 3 Prozent in einem gut kontrollierbaren Bereich. Gleichzeitig verzeichnet Israel ein solides Wirtschaftswachstum von rund 3,3 bis 3,5 Prozent – deutlich über dem Durchschnitt vieler anderer Industrieländer.
Diese Resultate decken sich mit den Einschätzungen der OECD, welche Israels wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit ausdrücklich hervorhebt. Trotz der Terrorangriffe vom 7. Oktober und des anschliessenden Krieges hat sich die Wirtschaft bemerkenswert stabil gezeigt. Als zentrale Faktoren gelten solide Staatsfinanzen bereits vor der Krise, eine umsichtig geführte Geldpolitik, ein stabiles Finanzsystem sowie eine hohe Erwerbsbeteiligung. Hinzu kommt ein innovationsstarker Tech-Sektor, der weiterhin als Wachstumsmotor wirkt.
Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die gute Platzierung keine Garantie für die Zukunft ist. Israels Wirtschaft steht weiterhin vor strukturellen Herausforderungen. Reformen, die den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern, Bildung und Qualifikation stärken, Investitionen fördern und Handelshemmnisse abbauen, gelten als entscheidend, um das Wachstumspotenzial langfristig zu sichern und den Preisdruck zu senken.
In der Gesamtschau zeigt sich jedoch klar: Israel geht gestärkt aus den Krisenjahren hervor und positioniert sich 2025 als eine der dynamischsten und widerstandsfähigsten Volkswirtschaften im OECD-Raum.



