MIFF prognostiziert: Es kommen Tage – und sie beginnen jetzt –, in der Israel Frieden und starke Verbündete haben wird. Nicht, weil das Land beliebt ist, sondern weil es technologische Vorsprünge und wirtschaftliche Vorteile bietet, die man sich nicht leisten kann zu verpassen.
✒️ MIFF Leitartikel
Israel hat in den letzten Jahren eine strategische Wende vollzogen, die vielleicht nicht einmal bewusst geplant war, sondern sich aus wissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften ergeben hat: weg von klassischer Freundschaftsdiplomatie, hin zu einer Aussenpolitik, die zunehmend von technologischen Vorsprüngen getragen wird.
Vorsprung durch Technik
Technologie ist heute vielleicht die mächtigste diplomatische Währung Israels – eine Währung, die Staaten verbindet, Allianzen ermöglicht und Interessen bündelt, weniger auf der Grundlage «geteilter Werte» als vielmehr auf der Basis geteilter Interessen.
Einen Vorgeschmack auf diese Entwicklung konnten wir bereits seit Jahren in der Landwirtschafts- und Bewässerungstechnologie beobachten. Inzwischen zeigt sich Israels technologische Führungsrolle jedoch besonders deutlich im Sicherheits- und Verteidigungssektor. In Bereichen wie Raketenabwehr, Robotik, Cyberabwehr und KI-gestützten Entscheidungssystemen gelten israelische Unternehmen und Forschungszentren als Wegbereiter. Diese Innovationen sind nicht bloss wirtschaftlich verwertbare Produkte, sondern strategische Assets, die andere Staaten gezielt nachfragen und integrieren, um ihre eigenen Sicherheitsarchitekturen zu stärken.
Israel ist damit in die Lage gekommen, zu wählen, mit wem es seine technologischen Fortschritte teilt – und mit wem nicht.
Staaten wie Griechenland, Zypern, Deutschland und andere suchen zunehmend nach israelischen Lösungen für gemeinsame sicherheitspolitische Herausforderungen. Und dies basiert nicht immer nur auf Wohlwollen. Deutschland etwa sah sich trotz seiner oft beschworenen «Staatsräson» mitten im Gazakrieg moralisch genötigt, ein Waffenembargo gegen Israel zu verhängen. Nur wenige Wochen später schloss es jedoch den grössten Rüstungsexportdeal in der Geschichte Israels im Umfang von rund sieben Milliarden Euro ab. Die politische Heuchelei mag unerträglich sein, doch der Geist der Geschichte lacht vor Ironie: Heute schützt das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3 das deutsche Vaterland.
Die Revolution des Iron-Beam-System
Allein das neue Iron-Beam-System, das ab Januar 2026 in Israel voll operativ sein soll, hat das Potenzial, die strategische Lage Israels zu revolutionieren. Es verändert die Logik moderner Luftverteidigung grundlegend. Während klassische Abfangsysteme mit Raketen arbeiten, deren Kosten pro Einsatz im fünf- bis sechsstelligen Bereich liegen, kann Iron Beam ganze Schwärme von Drohnen, Raketen und Mörsergranaten für rund drei Euro pro Abschuss neutralisieren. In einer Zeit, in der der Drohnenkrieg zu einer der zentralen Kriegsformen geworden ist, bietet Israel als erstes Land der Welt eine Verteidigung, die zugleich kosteneffizient und – angeblich – sehr leistungsfähig und präzise ist. Für Staaten, die kritische Infrastruktur, Städte oder militärische Einrichtungen schützen müssen, ist diese Technologie nicht eine Option unter vielen, sondern eine strategische Notwendigkeit.
Dual-Use-Technologien
Überhaupt geht es längst nicht nur um militärische Hardware, sondern auch um das breite Feld der Dual-Use-Technologien. Systeme, die ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt wurden, finden heute Anwendung in zivilen Bereichen wie Infrastrukturschutz, Verkehrssteuerung, medizinischer Diagnostik oder Datenanalyse. Diese enge Verzahnung ziviler und militärischer Innovation macht Israel zu einem Schlüsselpartner für Staaten, die ihre technologische und sicherheitspolitische Zukunft sichern wollen.
Der Fall Norwegen (Heimatland des Autors) ist bezeichnend. Das Land pflegt ein ausgeprägtes Selbstverständnis als moralische Supermacht und nutzt diese vermeintliche Überhoheit regelmässig zur Verurteilung Israels. In der internationalen Politik nimmt es gerne Hamas-Positionen ein; die BDS-Bewegung steht stark. Umso aufschlussreicher ist, wie rasch Boykottforderungen an ihre praktischen Grenzen stossen. Die Stadt Oslo beschloss letzte Woche dennoch, Strassenbahnen des spanischen Herstellers CAF zu beschaffen, obwohl diese mit hochtechnologischen Steuerungskomponenten ausgestattet sind, die aus angeblich von Israel okkupierten Territorien im Westjordanland stammen. Ausschlaggebend war nicht eine Neubewertung der moralischen Argumente, sondern die nüchterne Einsicht, dass ein Verzicht auf diese Technologie zu teuer, zu kompliziert und infrastrukturell zu riskant geworden wäre.
Fazit
Die oben erwähnten Trends und Beispiele zeigen, wie technologische Abhängigkeiten und funktionierende Systeme politische Symbolpolitik zunehmend verdrängen. Trotz aller Hetze und Häme steht Israel heute stärker da als je zuvor.
Immer mehr Staaten schliessen strategische Bündnisse mit Israel. Wie MIFF vermutet, ist dies erst der Auftakt einer neuen Zukunftsmusik.
Über den Autor:
Dr. philos. Jens Tomas Anfindsen unterrichtet seit vielen Jahren in den Bereichen Religion, Philosophie und Ethik. Er ist Leiter von MIFF DACH und Redakteur von Israelfrieden.org.



