Der Holocaust ist der bisherige Höhepunkt realisierter antisemitischer Feindbildkonstruktion. Durch eine Einordnung in die lange und blutige Geschichte kolonialer Gewalt droht jedoch, seine ideologische Besonderheit verkannt zu werden.
Postkoloniale Deutungsversuche der Shoah zielen oft nicht in erster Linie auf ein vertieftes historisches Verständnis, sondern auf politische Agitation.
Dabei steht die Delegitimierung des zionistischen Selbstverständnisses im Fokus – nämlich die Schaffung eines politisch abgesicherten Schutzraums für Menschen, die aufgrund ihrer jüdischen Identität angefeindet werden.
Herr Gian Rudin plädiert für eine Erinnerungskultur, die nicht nur die Vergangenheit bedenkt, sondern auch Früchte in die Gegenwart trägt.
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Für weiterführende Lektüre zur «Gefahr einer postkolonialen Einordnung des Holocaust» sowie zur behaupteten Äquivalenz zwischen Holocaust und Nakba empfehlen wir unsere Rezension des Vortrags von Prof. Sarah El Bulbeisi an der Universität Bern (Oktober 2025).
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