Search

Um den Nahen Osten zu verstehen, müssen Sie Karten verstehen.

Auf dieser Seite hat MIFF für Sie eine Reihe von Karten zusammengestellt, die auf unterschiedliche Weise Licht auf die Lage im Nahen Osten werfen. Hier finden Sie Karten, die wichtige historische Zusammenhänge aufzeigen, Karten mit Aha-Effekt sowie Karten voller Fehler und manipulativer Halbwahrheiten.

Diese Karten zeigen mehr als nur Grenzen.

Inhaltsverzeichnis

Israel

Israel ist ein Land mit einer geografisch aussergewöhnlich vielfältigen Landschaft auf vergleichsweise kleinem Raum. Unternehmen Sie mit Google Maps eine virtuelle Reise durch Israel.

Israel grenzt im Norden an den Libanon, im Nordosten an Syrien, im Osten an Jordanien, im Südwesten an Ägypten und im Westen an das Mittelmeer. Die Fahrt vom nördlichsten Punkt des Landes (Metulla) bis in den Süden nach Eilat dauert rund neun Stunden. Zwischen dem Toten Meer im Osten und Gaza ist Israel am breitesten; die Fahrt dauert dort etwa 90 Minuten. Die schmalste Stelle des Landes, etwas nördlich von Tel Aviv, misst lediglich 15 Kilometer – ungefähr ein Drittel eines Marathons.

Sammlung von Karten des israelischen Aussenministeriums

Auf der Website des israelischen Aussenministeriums finden Sie eine umfangreiche Sammlung von Karten zum Staat Israel – darunter historische, politische und topografische Karten sowie Karten zu Kriegen und Waffenstillstandslinien.

Das osmanische Reich

Das Osmanische Reich in seiner grössten Ausdehnung im Jahr 1683.
1917: Das Osmanische Reich in seiner Ausdehnung vor seinem Zerfall und der britischen Übernahme Palästinas 1917.

Von 1917 bis 1949

1920: Das britische Mandatsgebiet Palästina. Durch die San-Remo-Resolution von 1920 und ihre Aufnahme 1922 in das Mandat des Völkerbundes wurde Palästina völkerrechtlich verbindlich als «nationale Heimstätte für das jüdische Volk» festgelegt. (Im gleichen Zeitraum entstanden auch die arabischen Staaten Libanon, Syrien und Irak)
1922: Am 24. Juli 1922 wurde Transjordanien administrativ vom Mandatsgebiet Palästina abgetrennt und unter arabische Verwaltung gestellt. Gleichzeitig wurde die Anwendung der Bestimmungen zur jüdischen nationalen Heimstätte in diesem Gebiet ausgesetzt. Jüdische Ansiedlung in Transjordanien wurde untersagt. Transjordanien umfasste rund 77 Prozent der Fläche des ursprünglichen Mandatsgebiets Palästina.
1947: Die UNO-Generalversammlung verabschiedet einen unverbindlichen Teilungsplan für Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Sämtliche arabischen Staaten lehnen den Plan ab.
1947–1949: Unmittelbar nach der Gründung des Staates Israel im Mai 1948 erklärten mehrere arabische Staaten Israel den Krieg. Nach dem Waffenstillstand von 1949 kontrollierte Israel ein grösseres Gebiet als im UNO-Teilungsplan vorgeschlagen.
Nach Israels Sieg im Unabhängigkeitskrieg wurden die Waffenstillstandslinien von 1949 – die sogenannte «Grüne Linie» – bis zum Sechstagekrieg von 1967 zu Israels De-facto-Grenzen. Die Grüne Linie gibt dem jüdischen Volk die Souveränität über 18 Prozent des Mandatsgebiets von 1920. Bis 1967 verblieben das Westjordanland unter jordanischer und der Gazastreifen unter ägyptischer Kontrolle.

Von 1949 bis 1982

1947-1982: Das israelische Staatsgebiet im Vergleich.
1967: Israel kämpft im "Sechstagekrieg" einen Verteidigungskrieg gegen seine Nachbarländer: Ägypten, Jordanien, Syrien, Libanon, Saudi Arabien und Irak.
Als Folge des Sechstagekriegs bringt Israel grosse Gebiete unter seine Kontrolle: den Sinai, den Gazastreifen, die Golanhöhen sowie das Westjordanland einschliesslich Ostjerusalem.
1973: Im Jom-Kippur-Krieg wird Israel völlig überraschend gleichzeitig von Ägypten und Syrien angegriffen, gewinnt jedoch den Krieg. Diese Karte zeigt die Waffenstillstandslinien nach dem Krieg.
1979: Als Folge des Friedensabkommens mit Ägypten gibt Israel den Sinai an Ägypten zurück («Land für Frieden»). Der östliche Teil des Sinai sollte entmilitarisiert bleiben.

Israel und palästinensische Autonomiegebiete

Das Westjordanland/die Westbank, auch Judea und Samaria genannt, liegt zwischen Israel und Jordanien und gehört zu den umstrittensten Gebieten des Nahen Ostens.

Die Zonen A, B und C entstanden im Rahmen des Oslo-II-Abkommens von 1995 zwischen Israel und der PLO.

  • Gebiet A steht unter vollständiger Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde.
  • Gebiet B steht unter palästinensischer Zivilverwaltung und gemeinsamer Sicherheitskontrolle.
  • Gebiet C steht unter israelischer Kontrolle.

Die Aufteilung war ursprünglich als vorläufige Übergangslösung gedacht.

Karte des Westjordanlands (Judäa und Samaria) mit den Zonen A, B und C.

Die israelischen Siedlungen entstanden nach dem Sechstagekrieg von 1967 in den von Israel eroberten Gebieten des Westjordanlands. Heute leben rund 800’000 Juden jenseits der Grünen Linie.

Jüdische Siedlungen in Judäa und Samaria (Westjordanland), violett markiert. (Karte: Peace Now, Stand Dezember 2024)

Gaza

Als Folge der Waffenruhe im Gazakrieg vom 28. Oktober 2025 kontrolliert Israel Gebiete im Gazastreifen jenseits der gelben Linie. Im Fall einer Entwaffnung der Hamas sind israelische Rückzüge vorgesehen. (Stand: Mai 2026)

Propagandakarten

Propagandistische Darstellung einer angeblichen jüdischen Invasion Palästinas. Ausgeblendet wird dabei, dass bereits 1922 rund 77 Prozent des ursprünglichen Mandatsgebiets Palästina, das für eine «jüdische Heimstätte» vorgesehen war, unter arabische Verwaltung gestellt wurden und daraus später Jordanien entstand.
Politisch aufgeladene Karte, die einen Vergleich zwischen jüdischem und arabischem Territorium im Nahen Osten zeigt.
Prozentualer Vergleich der jüdischen und arabischen Territorien.

Friedensverhandlungen

2000: Israel bietet bei den Verhandlungen von Camp David einen palästinensischen Staat auf rund 90 bis 92 Prozent der Westbank sowie im gesamten Gazastreifen an. Vorgesehen waren zudem eine territoriale Verbindung zwischen Gaza und der Westbank sowie eine Teilung Jerusalems mit palästinensischer Kontrolle über arabische Stadtteile. Jassir Arafat lehnte das Angebot auf palästinensischer Seite ab, und die Gespräche scheiterten ohne Einigung.